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Schneemänner


Nein, ich gehöre nicht zu denen, die diese Eiseskälte da draussen schätzen, bestimmt nicht. Ich bin ja schliesslich kein Pinguin!


Dennoch kann sogar ich ab und zu, sehr selten allerdings, dem Schnee und Frost auch etwas Schönes abgewinnen. Besonders mit Kindern gibt es da ja doch die eine oder andere Verlockung.


So haben wir kürzlich beschlossen, einen Schneemann zu bauen. Der 4-jährige war ja ganz begeistert. Meine beiden grösseren Jungs aber wollten dann statt dem kugelrunden, klassischen Schneemann doch lieber eine Schneetussi (tut mir leid, ich kann nichts dafür…) bauen. Gesagt, getan! Wir haben die Schneedame sicherheitshalber mal mit etwas kleineren Kugeln gebaut. Und weil’s ja eine Dame ist, wurde dann damit begonnen, Ihre Figur „in shape“ zu bringen.


Vielleicht können Sie sich ja vorstellen, wie die optimale Figur einer Schneefrau aus Teenager-Sicht aussieht? Eben, ich war ganz schön frustriert. Meine Herren Söhne haben sich mit Feuereifer dran gemacht, hier noch etwas abzuhobeln, dort noch etwas mehr zu füllen und die Rundungen noch etwas runder zu gestalten. Der ultimative Test bestand darin, herauszufinden, ob man die Schneefrau nun auch umarmen kann. Während der ganzen Arbeit stand Mami ein wenig fassungslos beiseite und staunte nicht schlecht über die Kommentare ihres Nachwuchses. „Nein, die ist da viel zu dick!“ – dabei hätte die Schneefrau locker jede Gucci-Kreation in Grösse Small tragen können! „Niemand hat soooo grosse Füsse!“ – ach ja? Nun, meine sind doppelt so gross…. „Egal, der Kopf ist nicht wichtig…“ – soviel zu meinen fehlgeschlagenen Versuchen, den Menschen als Ganzes zu betrachten. Wo soll denn wohl das Hirn der Schneefrau sitzen? Ach ja, ist ja keine Schneefrau, nur eine Schneetussi – und da braucht‘s gemäss Auskunft meiner Söhne kein Hirn… Egal, den Schlusstest hat die Schneedame nicht bestanden – sie ist mangels Pölsterchen beim Umarmungsversuch glatt durchgebrochen. Vielleicht ja besser für sie, immerhin hätte die gute gar keinen Platz für Nieren oder so gehabt…und selbst eine Schneegestalt hat wohl ein Anrecht auf gewisse Basisfunktionen, Snowesty International sei Dank!


Während meine beiden grossen Söhne frustriert aufgegeben haben, habe ich meinerseits meine eigene Frustration gepflegt: da versucht man, den Kindern zu erklären, welche Körpermasse gesund und vernünftig sind und wie das Frauenbild eigentlich aussehen sollte. Und wenn’s drum geht, definieren die Knirpse dann eine Miss Twiggy, der Sie am liebsten noch eine Baywatch-Maske überstreifen würden!


Immerhin hat mein Kleinster Sohn mir nicht lange Zeit zum Nachdenken gelassen – für ihn muss ein Schneemann eben doch noch wie ein Schneemann aussehen. Also haben wir gemeinsam dicke Kugeln geschoben und diese dann aufeinander gestapelt. Zu guter letzt haben wir Steine als Augen eingesetzt und ein Rüebli als Nase – wunderbar, das ist dann eben doch ein richtiger „Traum“mann geworden!


Und die Moral der Geschichte?

Wir Frauen sind eben doch viel anspruchsloser und akzeptieren einen Mann so, wie er ist. Selbst wenn er kugelrund und bleich ist! Wir lieben ihn ganz einfach für das, was er ist.

Und wundern uns, dass diese Realität dann ach so schnell dahinschmilzt, grins…


Also, nichts wie raus – bauen Sie sich Ihren Traummann!

Ihre Anna Schreiber

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