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Fasnacht

nachdem wir in einem dem kanton luzern nahegelegenen kanton wohnen, hat die fasnacht auch auf uns übergriffen oder vielmehr, wird die fasnacht von jahr zu jahr lebhafter.

 

die mutter der drei enkelkinder macht es sich einfach. aus mangel an interesse sagt sie "pööööh, wir wohnen in einem anderen kanton, und da gibt es praktisch keine fasnacht."

 

die enkel sehen das anders. sie wollen zur grossmutter, wollen sich verkleiden. welches kind will das schon nicht?

 

der älteste sieht das cool - und einfach. er braucht eine schwarze jacke (mutter leiht ihm eine), einen zylinder (weiss der himmel, wo er den aufgetrieben hat - nach seiner aussage bei"weisch, dä..."), eine ausrangierte weisse bluse als hemd (papi trägt keine weissen hemden, leider) einen stock, der sich im grossmütterlichen haushalt befindet (mit hundekopf als messing-knauf) und ansonsten eine einigermassen geschickte bemalung. dank grossmütterlicher schmink-abteilung geht das, und somit ist joshua fertig. er geht mit gemischten gefühlen, aber er geht ja sowieso nur, weil er sich gegenüber den kleineren brüdern keine blösse geben will, er findet das ganze nämlich eigentlich doof. klar, er ist ja für so kinderkram langsam zu alt. schliesslich wird er bald dreizehn.

 

dem mittleren ist es sofort klar, was er sein will - ein pirat, nichts anderes als ein pirat. da war doch neulich dieser film... na ja, gut, dann erinnert man sich wenigstens daran, wie ein pirat aussah. früher jedenfalls, aber da wird sich ja wohl nicht so viel geändert haben.

 

ein gestreiftes t-shirt ist schnell gefunden und entspricht, da es dank grossmütterlicher grösse bis in die kniekehlen hängt auch dem "normalen" modegeschmack von patrik - und natürlich gehört ein gürtel dazu - woran sonst sollte denn das ach so wichtige schwert hängen? ein solches müssen wir also kaufen. ebenfalls kaufen müssen wir die schwarze augenbinde, denn wer hat schon so was zuhause?

 

mit dem kopftuch ist es dann schon einfacher. wen kümmert schon, dass das objekt der begierde von Yves saint laurent ist und einmal ein vermögen gekostet hat? ES ist genau das richtige, ein anderes kann gar nicht mehr in frage kommen, nachdem man dieses gesehen hat. also gut. bleibt noch das make-up und die kontrolle, ob er "untendrunter" auch warm genug angezogen ist. er ist. sagt er jedenfalls. wir werden sehen. wenn er nächste woche eine erkältung hat, wird sich seine mutter schon melden...

 

problematisch wird es mit dem kleinsten. noah möchte gerne ein "bsteck-maa" sein. was ums himmels willen ist ein "bsteck-maa"? er versucht redlich, mir das zu erklären. "weisch, so eine wo bsteckt isch" - "einer, der mit besteck isst?" (grossmutter ist ja aus dem norden zugewandert und denkt manchmal noch, dass es da wohl idiome gibt, die sie nie verstehen wird...) "jaaaa, weisch.... so eine, wo so wiss isch" - "weiss?" - "jaaa, mit eme lange koschtüm". die sache wird je länger dest fragwürdiger. ein kostüm? ach ja, kostüm ist hier wohl nicht als damen-oberbekleidung sondern als verkleidung zu deuten.

 

"kannst du nicht etwas anders machen?" - "nein, ich wott en bsteck-maa si, immer scho, als ich no es ganz chlises baby gsi bin". du liebe zeit - und wir haben das all die jahre nicht gemerkt?  welchen schaden haben wir wohl diesem armen kind schon zugefügt? "aber es gibt doch so viel schöne andere sachen, zum beispiel cowboy" -  "ich wott nöd en kauboi si" oder indiander "nei, indianer isch doof" oder sponge-bob (nebenüberlegung: da gibt es sicher fertige kostüme zu kaufen) "nei, schponschepop isch scho de michael".  michael, wie kannst du nur (na ja, vielleicht ist es deiner mutter ja gleich gegangen wie mir). "oder du kannst etwas machen, was zu joshua oder patrik passt, einfach in klein" - "nei, das isch blööööd".

 

"emanuel, weißt du was? du gehst mir auf den geist" - "ja genau, nanu, en geischt wott ich doch si... en maa, wo sich versteckt hätt"...  - lieber himmel, danke!