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Fortsetzung

2 Jahre nach der Geburt unseres ersten Sohnes, Joshua, war es wieder so weit: Patrik kündigte seinen grossen Auftritt an.

Seine Geburt hatte es in sich – wenn auch bei diesem Mal mein Mann mehr gelitten hat als ich. So hat mich der Gute abends, als ich ankündigte, dass es nun wohl losgehe, ins 40 Minuten entfernte Spital gefahren. Dort haben wir dann mal ein paar Stunden gewartet um festzustellen, dass eigentlich so ziemlich nichts passierte. So hat dann die Hebamme, mitleidig in die müden Augen meines Mannes blickend, gemeint, er solle doch nach Hause fahren, weil es wohl noch länger gehen könnte. Ich meinerseits durfte vorsorglich schon mal in der Klinik bleiben, was ich auch sehr begrüsste, da ich doch auch recht müde war. So machte sich mein Mann also wieder auf den Heimweg und nahm, auf gutes Anraten des Arztes hin, ein bis zwei Schlaftablettchen, die ihm trotz Aufregung einen ruhigen Schlag bescheren sollten.
 

Sie haben recht, heute schütteln wir auch den Kopf, so wie Sie es jetzt wohl tun. Denn es war ja klar, dass genau dieses Tatsache dafür sorgte, dass es nun eben doch bei mir weiterging. Der Göttergatte wurde also flugs benachrichtigt, auf dass er wieder ins Spital kommen möge. Der Gedanke an die zeternde Frau, die ihm niemals verzeihen würde, wenn er nicht bei der Geburt dabei wäre, hielt meinen Mann wach und er schaffte es irgendwie, gefüllt mit x Tassen Kaffee und einer Packung Guetzli den Weg ins Spital unter die Räder zu nehmen. Kaum hier, war auch schon Sohn Nr.2 da.
 

Joshua betrachtete am nächsten Tag seinen kleinen Bruder teils mit Wohlwollen, teils mit dem Blick eines Kindes, dass das falsche Spielzeug geschenkt bekommen hat. Die Aufmerksamkeit der Mutter, die Patrik nun einforderte, sollte doch eigentlich ungeteilt ihm, dem Erstgeborenen gehören!

Statt dessen brachte Mami das Baby dann auch noch nach Hause, wo es nun wirklich nicht hingehörte! Eintauschen gegen ein weniger lautes Spielzeug, das man bei Bedarf auch einfach mal liegen lassen konnte, war nicht. Süss fand Joshua dieses sabbernde, glucksende Ding jetzt wirklich nicht. Und spielen konnte man mit ihm auch nicht. Niemand konnte genau erklären, weshalb es denn da noch ein zweites Kind gebraucht hat.

Und wie oft musste Joshua nun Mami rufen – „Mami, Dein Baby weint!“. Seufz, so hatte Joshua sich das wirklich nicht vorgestellt.

 

Und auch wir wussten nicht so recht, wie wir den Alltag nun richtig in Angriff nehmen sollten. War da doch einerseits die Übermüdung durchs nächtliche Wachwerden. Und andererseits die Frage, wie man den Tag am besten organisiert, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Wie bringt man es fertig, gleichzeitig ein Baby zu wiegen, mit einem 2-Jährigen zu spielen, zu kochen und mit einer Bekannten zu telefonieren, um ihr zu versichern, dass es einem prima geht? 

Je nach Redeschwall der Bekannten konnte zumindest das Telefonproblem so gelöst werden, dass einfach Joshua übernahm – ab und zu hat’s die Gesprächspartnerin nicht einmal bemerkt. Mit der Zeit hatten wir den Bogen dann so raus, dass das Kochen zum Spiel wurde, das Telefon einfach mal unbeachtet blieb und das Baby ganz einfach „das Baby“ war, ohne Wertung seiner Fähigkeiten. Und im Lauf der Jahre haben wir gelernt, dass diese Fortsetzung nicht bloss ein Weiterführen des Familienalltags war, sondern eine wertvolle Ergänzung, die noch zu vielen spannenden, entnervenden, freudebringenden Erlebnissen führen sollte.