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als ich vor nunmehr genau 45 jahren in die schweiz kam, war die welt noch in ordnung. ich war jung

(sehr jung) und verliebt resp. frisch verheiratet. meine mutter war im jahr vorher gestorben, mein vater

hatte bereits auf die emanzipation der frauen und die fähigkeit zur allein-erziehung gebaut, als ich

4 jahre alt war und "plötzlich und unerwartet" traf ich den mann, der meine träume (die üblichen)

erfüllen sollte. er war schweizer.

 

deutschland war im wiederaufbau, es war die zeit nach dem deutschen wirtschaftswunder, die 68er

waren erst noch in den startlöchern. erstaunt hat mich damals, dass viele meiner altersgenossinnen

hier in der schweiz,  sobald sie dann verheiratet waren, aufhörten zu arbeiten und sich in einer netten

(mindestens) 4-zimmer-wohnung einrichteten und auf die familie warteten, die da kommen sollte.

 

das warnicht meine welt: wir wollten "etwas erreichen", mein mann und ich zusammen - und gründeten

eine technische firma. die dann auch sehr bald sehr gut lief und natürlich, das hatte ich ja gelernt,

war ich für alle anfallenden büro-arbeiten zuständig. 1964 wurde erik geboren und geschäft, baby

und haushalt liefen parallel. 1967 bekam er eine kleine schwester, anna, und nur wenige jahre später

musste ich feststellen, dass geschäft und haushalt zwar wunderbar gediehen und auch die kinder

machten (noch) keine probleme - aber die liebe war auf der strecke geblieben.

 

abgelenkt davon habe ich mich erst einmal, indem ich ein eigenes geschäft gründete, das sich

generell mit dem innenausbau beschäftigte und hoffte, dass mit etwas mehr distanz vielleicht alles besser laufen würde - aber das tat es nicht. nach einem langen und zermürbenden scheidungskampf

packte ich 1976 meine tochter, meinen hund, mein bett, zwei teppiche, einen tv-apparat und unsere

persönlichen sachen und zog davon - in eine neue wohnung, in ein neues leben. erik wollte bei

seinem vater bleiben.

 

es ist viel geschehen in der zwischenzeit - mit einer trennung der kinder wäre ich heute nicht mehr

einverstanden und die "blauen augen", die ich noch hatte, als ich dachte, mein ex-mann würde wohl

zu erik schauen können, sind heute auch nicht mehr blau. jedenfalls sind meine kinder gross geworden,

beide haben die eidgenössische matura bestanden (darauf war ich besonders stolz) und sind ihren

eigenen weg gegangen. mit dem ich logischerweise nicht immer ganz einverstanden war, aber ebenso

logisch auch einverstanden sein musste.

 

während der kontakt mit anna und ihrer familie heute sehr eng ist, ist der kontakt mit erik distanziert: es

ist wohl auch so, dass der kontakt der mutter eines sohnes viel mit seiner ehefrau zu tun hat. erik's

ehefrau ist brasilianerin und für sie bin ich lt. seiner aussage "zu emanzipiert". es gäbe viel darüber zu

sagen und zu schreiben aber ich bin zu dem schluss gekommen, dass sich das nicht lohnt:

 

man muss nehmen, was das leben einem freiwillig gibt - man darf schon nachhaken, aber man kann

nichts erzwingen. und für mich ist das heute anna, ihr mann und ihre drei söhne, meine hunde und

natürlich auch immer noch meine firma, die mir viel kontakt mit immer neuen kunden beschert und

immer wieder neue einsichten. und manchmal immer noch grosse staunende augen...