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Mutter sein

3-2-1- meins!

Beinahe so einfach geht das ja mit dem Mutterwerden. Und dann hat man dieses kleine Häufchen Mensch im Arm und weiss, man ist nun Mutter. Obwohl man sich ja in den letzten Monaten brav auf diesen neuen Lebensabschnitt vorbereitet hat und das Gewicht der Fachliteratur synchron zum eigenen Körpergewicht gewachsen ist, ist man nun doch ein klein wenig ratlos.

 

Ich bin nun also eine Mutter. Kann ja nicht so schwer sein, tausend andere haben das auch schon vor mir geschafft. Die Schwestern im Spital haben mir gezeigt, wie ich mein Baby wickle, wasche und anziehe. Nicht, dass ich auf diese peinlichen Momente unter den wachsamen Augen der kontrollierenden Schwester gerne verzichtet hätte..... Im Grossen und Ganzen weiss ich nun also, was ich mit dem Baby so anfange. Aber irgendwie dämmert mir, dass ich bloss weiss, dass ich nichts weiss. Ich weiss nicht, weshalb das Baby so weint. Ich weiss nicht, weshalb es nicht richtig an die Brust will. Ich weiss nicht, weshalb ich so Mühe habe, nachts immer wieder geweckt zu werden. Ich weiss nicht, wie ich das Gewicht und die Temperatur meines kleinen Lieblings richtig messe. Ich weiss nicht, ob es richtig ist, nur mit Wasser zu waschen oder den Po mit Feuchttüchern zu reinigen. Ich weiss nicht, weshalb ich mich so scheue, um den Nabel des Neugeborenen zu pflegen. Ich weiss nicht, wie ich das Kind so halte, dass es am entspanntesten ist. Ich weiss nicht.....

 

Tja, ein guter Moment also, um einfach mal loszuheulen. Damit mein Mann wenigstens auch gleich vor einem Rätsel steht. Er weiss nun nämlich nicht, weshalb ich heule. Keine Ahnung von Babyblues – und ehrlich gesagt auch kein Verständnis. Das mehrtägige Heulen nimmt ein Ende als ich nach Hause fahre. Ja, und wenn ich es geschafft habe, mit dem Heulen aufzuhören, dann kriege ich den Rest ja wohl auch hin, nicht wahr?

 

Über unsere Startschwierigkeiten können Sie ja an anderer Stelle lesen. Und ich kann Ihnen versichern, dass ich den Rest tatsächlich auch hingekriegt habe – mehr oder weniger gut sogar. Die Kinder waren allesamt meistens anständig angezogen, wurden bei Krankheiten wieder gesund gepflegt und wachsen und gedeihen ganz gut. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, mit allerhand Neuem umzugehen. So kann ich mich heute auch als eine der vielen „Haushalt-Managerinnen“, die ein „kleines Familienunternehmen leiten“ bezeichnen.

 

Ich nehme alle meine Pflichten, vom Chauffieren übers Lehren und Erziehen übers Coachen, psychologische Gruppen- und Einzeltherapien, Reinigung und Kochen, Lebensmittelbeschaffung und Stilberatung und natürlich die Wertevermittlung an meine Kinder wahr. Und noch viel mehr!!! Jeden Tag erwarten mich neue Herausforderungen und ich kann Ihnen flüstern, dass diese mit zunehmendem Alter der Kinder nicht geringer werden. Und jeden Tag suche ich nach Lösungen. Ist aber nicht das einzige, das ich jeden Tag suchen muss...aber das nur am Rande erwähnt.

 

Die Freuden, Sorgen und Nöte meiner Kinder und meiner Familie begleiten mich und verändern sich. Was aber in all den Jahren des Mutter-Seins stets konstant geblieben ist, ist das eine: das Wissen, dass man nichts weiss. Woher denn auch? Bloss, weil man ein Kind gebären kann, hat man noch lange nicht alles Wissen dieser Welt eingetrichtert bekommen. Da fragt man sich doch auch gleich, weshalb man als Mutter eigentlich verpflichtet ist, auf alle Fragen eine Antwort zu kennen? Wie kommt’s, dass auch trotz aller Emanzipation die Männer ab und zu ratlos mit den Schultern zucken und darauf warten, dass Mami alles richtet? Bei mir auf jeden Fall ist es so, dass ich nicht alles weiss und mich auch heute noch manchmal ganz still in eine Ecke setzen möchte und einfach wieder losweinen.

 

Dann aber fällt mir ein, dass ich es ja bis hierher auch schon geschafft habe und ich auch weiterhin learning-by-doing durch den Tag gehen kann. Und das System trial-and-error (verzeihen Sie die vielen englischen Ausdrücke, aber frau muss ja schliesslich ab und zu auch beweisen, dass sie voll „trendy“ ist und ihr „know-how“ zeitgemäss einsetzen kann...) funktioniert mit wenigen Ausnahmen ja auch recht gut. Und wenn ich dann zwischen Legohaufen sitze und versuche, das Auto wieder so hinzubekommen, wie es war, weil mein Kleinster sonst die Krise kriegt, und meinem Grössten erkläre, wo er seinen Aufsatz noch verbessern kann während mein Mittlerer sich wundert, weshalb seine Matherechnung nicht stimmt, dann weiss ich eines ganz genau: trotz allen Widrigkeiten, trotz dem Nichts-Wissen und Weinen-wollen, kann ich mich jeden Tag über neues Wissen freuen. Bin ich in der glücklichen Lage, mich konstant weiterzubilden und habe darin auch ganz tolle, wenn auch anspruchsvolle Lehrmeister. Und habe den allerbesten Job, den es gibt:

Mutter sein!