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Politisch korrekt

Wo stehen Sie eigentlich politisch?

Hah, dachte ich mir's doch – Sie zögern bei der Antwort. Genau dieses Problem hatte ich auch kürzlich, als ich meinen Mann zu einem wichtigen geschäftlichen Anlass begleitet habe, bei dem es um "wichtige" Themen ging. Da fragt mich doch so eine total gestylte Blondine mit jeder Menge Klunkern um den Hals und perfekt manikürten Nägeln, wie meine politische Gesinnung aussieht.

Im ersten Moment denke ich mir, dass ich einfach ganz am anderen Ende stehen muss als sie und bin versucht, sie zu fragen, wo denn ihr Platz sei. Ich besinne mich aber gerade noch rechtzeitig und versuche, von Äusserlichkeiten unbeeinflusst zu antworten.

Nachdem ich aber selten die Musse finde, eine Zeitung wirklich konzentriert zu lesen, weiss ich gar nicht, welche Partei für was steht. So kann ich also keine einfache Zuordnung machen, die mich klar als SP-Anhängerin oder FDP-Sympathisantin outet. Und auch bei der Tagesschau nicke ich oft weg oder aber ignoriere Themen, die nicht wirklich packend sind – was leider auch die meisten politischen statements betrifft; hier also auch keine Hilfe.

Vielleicht sollte ich einfach mal mein altes Schulwissen vorkramen und komme so zu der richtigen Zuordnung? Mal sehen..... im Alltag setze ich mich intensiv mit der Völkerverständigung auseinander: Kinder, Geschwister, Spielplatz. Der Kofi Anan für einfache Leute also. Und ich trete für die Rechte anderer (schon wieder Kinder) ein: Nelson Mandela also. Und wenn man mich demütigt (ebenfalls eine Fähigkeit kleiner Kinder), halte ich tapfer die andere Wange hin, ohne Gewalt auszuüben, Mahatma Ghandi grüsst. Ein paar namhafte Politiker also, die mir als Vorbild dienen. Aber die Antwort auf die Frage, welcher Partei in der Schweiz ich mich zugehörig fühle, gibt mir das nicht.

Dann versuche ich doch einfach mal, meine Zuordnung zu finden, indem ich mich auf das Thema konzentriere, das mir aus verständlichen Gründen am nächsten liegt: die Familienpolitik.

Ich habe nachgelesen, was diese denn genau ausmacht. Per Definition befasst sie sich mit allen Maßnahmen und Einrichtungen, welche die Familien unterstützen und fördern. Diese schliessen vom Mutterschaftsurlaub über Krippen bis zur Schulbildung allerhand ein. Und ich habe gelernt, dass der Bund selbst hier nur sehr wenige Kompetenzen hat, wie es auch in unserem Land kein richtiges Familienministerium gibt. Vielmehr setzt die Schweiz darauf, dass Kantone und Gemeinden und vor allem private Organisationen sich selbst helfen. Da frage ich mich doch gleich, ob es vielleicht möglich ist, dass selbst der Bund nicht genau weiss, wo er familienpolitisch steht? Die einzelnen Parteien unserer politischen Landschaft werfen mit tollen Schlagworten im Bereich "Familie" um sich und beweisen damit das eigene Engagement für die Zukunft unseres Landes. Als Mutter, die sich nicht wirklich intensiv mit dem Programm jeder Partei auseinandersetzen kann und will, nehme ich diese Argumente dankbar auf, nicke zustimmend... und frage mich, ob das echte Ideen sind oder lediglich Wahlhilfen, da die nächste Wahl ja schon bald wieder vor der Türe steht? So oder so kann ich auch hier nicht sagen, welche Partei für mich die richtige ist, da sie doch alle den einen oder anderen treffenden Punkt nennen. Vielmehr denke ich, dass ich ganz einfach dabei bleibe, eine eigene Meinung zu vertreten und meinen manchmal ja ganz gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Selbst wenn dies bedeutet, dass ich bei jeder Abstimmung die einzelnen Themen unbeeinflusst von jeglicher Partei beurteile und nicht die leiseste Ahnung habe, wo ich denn eigentlich politisch stehe.

Vielleicht ist es ja auch viel wichtiger zu wissen, wo man sonst im Leben steht? Und so werde ich also weiterhin Mahatma, Nelson und Kofi an meiner Seite wissen und auf Dinnerparties leicht  verschämt zu Seite in Richtung Buffet blicken (was ehrlich gesagt auch wesentlich ansprechender ist als irgendwelche Damen, die mich schräg anquatschen...).

Wenn Sie Lust haben, dies ebenso zu halten, rufe ich gerne dazu auf, politisch unkorrekt zu sein! Wenn Sie mögen, können wir ja eine eigene Partei dazu ins Leben rufen ;-)