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Sprachschwierigkeiten

einen moment lang dachte ich, ich hätte einen hörfehler. ich stand vor einer ampel und wartete auf "grün", als es neben mir begeistert sagte"dä isch voll uf d' schnauze gfloge, dä geil siech, dä chaib – und dä ander isch voll druuf..." und als ich mich erstaunt umdrehte, stoppte die unterhaltung und leider werde ich nun nie erfahren, wie die geschichte ausging, dabei hätte es mich wirklich interessiert.

 

nun steht ja "geil" heute schon als "jugendsprache = grossartig" im duden, aber "siech" bedeutet laut demselben immer noch "krank, hinfällig". der grossartige hinfällige also, -  was ja nun offenbar im sinne des geschehenen auch stimmte...

 

dass ich mit der umgangssprache nicht so ganz schritt halten kann, ist mir ja schon ein paar mal aufgefallen – ich lasse es mir vorsichtshalber nicht anmerken. noch schlimmer wäre ja nur, wenn die herren enkel denken würden "d' nanu chunnt nöd druus".

 

ich könnte ja nun sagen "pah, ist ja nicht meine muttersprache" (und rudimentärer ist schweizerdeutsch allemal und schon immer gewesen), aber nach so vielen jahren ginge das vielleicht auch auf kosten meiner glaubwürdigkeit.

 

apropos muttersprache. wissen sie, was "mackeriehne" ist? wusste ich auch nicht, als ich schreiben lernen sollte – und erst jetzt, im nachhinein, fällt mir auf, dass "schreiben lernen" für so einen knirps ja wohl eine ganz neue welt ist.  margarine – ganz schlicht margarine, allerdings im düsseldorfer dialekt. da hatte ich auch einiges zu lernen. ich erinnere da an das berühmte wortspiel "daref dat dat? – dat daref dat! – dat dat dat daref!" anna war als kind total begeistert von dieser "stotter-übung"– und für die, denen der rheinische dialekt nicht geläufig ist, hier die übersetzung "darf das (vgl. der, die) das?" – "das (vgl. der, die) darf das!" dass das (vgl. der, die) das darf!"

 

oder das schöne wort "ingenieur", das unser deutschlehrer zu testzwecken in ein diktat einbaute, als ich etwa 10 war.  immerhin hatte ich "ingeneur" geschrieben und da war ich schon stolz drauf – verglichen mit dem "inschenjör" der schulkollegen. das war in meiner thüringer zeit, als einer der schulkollegen unter berufsangabe des vaters "rentier" angab. keine ahnung, wo er das gelesen hatte, aber offenbar fand er es besonders chic.

 

und da die thüringer die konsonanten und auch manche vokale  ein bisschen weicher

aussprechen als viele andere bundesbürger (ich erinnere mich, dass  meine mutter immer wegen des "onkel baul" gehänselt wurde, der selbstverständlich ein "onkel paul" war...), stand eines tages in einem aufsatz über "meine heimat": "am dorfeingang stehen die alten goten..."

 

nein, die standen nun wirklich nicht da – gemeint waren die alten (schleif-)"katen", die auf thüringisch halt "koten" hiessen...

 

aber auch die neuzeit bringt so manche neue erfindung mit sich. die automarke "hyundai" war noch nicht lange auf dem markt und wir rätselten, wie das wohl auszusprechen sei. und patrik wollte seinem brunder joshua eine möglichst grosse gemeinheit sagen (er war da 4 oder 5) und es fiel ihm nichts anderes ein als "....du, du, du handäi, du!"

 

für den duden wird das vielleicht nie langen – aber ich halte die ohren offen. wer weiss, was mir da noch so alles über den weg laufen wird!