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Startschwierigkeiten

Um es gleich vorweg zu nehmen; Es gab keine grossen Startschwierigkeiten. Nicht mit Anna. Aber fangen wir von vorne an.
Eigentlich war von Anfang an klar; Kinder gehören zu meinen Leben. Und kaum stand diese, doch eher kurzgefasste und simple Familienplanung fest, stellte sich der Kindersegen ein. Bingo!

Da sass ich also, auf dem WC-Deckel meines damaligen Arbeitsortes, und schaute, nun doch etwas verwundert, auf das weisse Ding in meiner Hand. Huch, eindeutig, zwei nicht zu übersehende rote Streifen. Ich war schwanger.

Auf einmal stieg in mir ein ganz eigenartiges, mulmiges Gefühl hoch. Viele Fragen wirbelten durch den Kopf: Meine Güte –schwanger!? Wie? Jetzt schon? ist das jetzt wirklich der richtige Zeitpunkt? Werde ich eine gute Mutter sein? (diese Frage musste ja kommen) Wie wird da sein, zu Hause, mit dem Baby? Wird es gesund sein? Geht es ihm gut? Habe ich in den letzten 5 Wochen zuviel getrunken oder geraucht? (Nur so nebenbei; Ich habe überhaupt nie geraucht und zuviel getrunken schon gar nicht) Wird’s ein Junge oder ein Mädchen? Wie soll es heissen? Wem wird es ähnlich sehen?

Hach, meine Hände zitterten, die Knie waren weich. Aber genau so schnell wie die Unsicherheit in mir hochkam, verschwand sie wieder. Ich fühlte eine unbändige Freude. Ich war auf einmal sprichwörtlich „guter Hoffnung “. Ok, ich war bereit. Hey mein Kind – Hallo!

Ich glaube, ich war dann so ziemlich genau das, was man sich unter einer typischen „erstmalig Schwangeren“ vorstellen kann. Eine Para I mit viel Zeit! Zu allererst ging ich einkaufen. Für das Baby und mich. Ab der 10 Schwangerschaftswoche (!) trug ich Umstandsmode. Den mitleidigen Blicken im Modegeschäft zu urteilen, hielt man mich für eine verzweifelte Frau, die sich eine Schwangerschaft einbildet, so was soll es ja geben. Warum sonst sollte eine Frau mit Konfessionsgrösse 38/40, EinFrauZelte in Pastell mit Bärchenmuster tragen wollen? Aber, ich wollte, ich war bereit.

Schwangerschaftsturnen verkniff ich mir bis Anfang der 18. Woche. Dann gab es kein Halten mehr. Ich wollte mich endlich auch auf die Turnmatte legen, mit anderen Frauen zu sphärischen Klängen atmen und dabei dicker und dicker werden. Und ich wollte Antworten hören zu Fragen, die ich mir später nie stellen würde.

Zu Hause stand ab der 30. Schwangerschaftswoche ALLES bereit.
Strampler, Bodys, Pullis, Hosen, Käppchen, Fäustlinge, Nuschelis, Windeln, Feuchttüchli, Socken, Sonnenhut, Wolldecken, Mützchen, Jäckchen, Schlafsack, Bettli, Spieldose, Kinderwagen – alles. Ich war parat.

Aber der 38. SSW fing das grosse Warten an. Ich wusste, ab jetzt durfte das Kind, rein theoretisch, kommen. Meine Hausaufgaben hatte ich gemacht. Die vielen Sachbücher zu Geburt, Wochenbett und Babyphase waren gelesen. Ich wusste wie atmen, die Umstandskleider wurden sowieso nur noch enger, einzukaufen gab’s nichts mehr. Es konnte los gehen.
Denkste!
Heute – nach vier Schwangerschaften - weiss ich; Was ICH wollte war nicht das Mass aller Dinge.
Obwohl Anna heute eine gute Mathematikerin ist, damals war es ihr egal, ob nun 39., 40. oder 41. SSW. Baby rechnen nicht mit.
Schwangerschaft und die kommende Geburt forderte von mir auf einer ganz unbekannten Ebene, ein grosses Mass an Gelassenheit und Geduld. Demut, den Dingen ihren ureigenen Lauf zu lassen. Einfach zurück lehnen und denken: Hey Baby, wann, wo und wie auch immer, wir schaffen das. Genau; Loslassen Mama!

Anna wurde in der 42. SSW geboren. Dann war SIE bereit.

Nach einer guten ambulanten Spitalgeburt gingen wir nach Hause und wurden dort wunderbar betreut, ja grade zu verwöhnt, von unserer Hebamme. Mein Baby und ich, zu Hause, wir lernten uns Tag um Tag kennen.

Baby-Anna war der Traum aller Eltern.
Sie schlief, mit gerade mal 3 Wochen, ganze 9 Stunden am Stück. Sie war ein kleines Uhrwerk. Am Tag alle vier Stunden hungrig, ab der 9. Woche schlief sie die ganze Nacht durch. Unzählige Mal sind mein Mann und ich nachts aufgestanden um zu sehen, ob es ihr gut geht, ob sie auch schön zugedeckt ist, ob sie überhaupt noch atmet. Jedesmal trafen wir ein schlafendes Kind an, pausbäckig, ruhig atmend, im Traumland.

Sie war unser kleiner Wonneproppen.
Ich dachte ganz unbescheiden, dass das an mir liegen müsse. Meiner extra guten Doppelrahm MutterMilch, der besonderen Pflege, dem eingehaltenen Rhythmus. Ich schien alles richtig zu machen und klopfte mir innerlich, wohlwollend auf die Schulter. Ganz ehrlich, die anderen Mütter konnte ich nicht ganz verstehen. Von wegen „Schlafmangel, Chaos und Babyblues“. Nein, ich schien zu wissen, wie das geht mit Babys und so.

Dass die Anfangszeit mit Anna weniger mit mir als vielmehr mit dem Kind zu tun hatte, dass es pures Glück war so eine gute, problemlose Babyphase erleben zu können, wurde meinem Mann und mir erst später klar.

20 Monaten nach der Geburt von Anna, wurde unsere kleine Bea geboren. Auch ein Wonneproppen, aber ein anstrengender!

Ich merkte bald; Wenn Zwei (Mann-Frau) das Selbe tun – wird es noch lange nicht das gleiche (Kind). „Fortsetzung“ folgt.