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Fortsetzung

Wie ich Ihnen schon sagte; Also Fortsetzung zu Baby Nr. 1 konnte Klein-Bea nun wirklich nicht bezeichnet werden. Alles war anders und dies, obwohl wir doch das Selbe gemacht hatten? Seltsam!

Ich war nicht mehr im selben Masse enthusiastisch schwanger. Als Zweitgebärende, war ich nun erfahren im Umgang mit Umfang. Schwanger sein sollte auch später – man glaubt es kaum – nie zu meinen bevorzugten Lebensphasen gehören. Kinder kriegen jedoch schon!

Die 40 Wochen waren auch diesmal wieder viel zu lang doch – und ich danke ihr noch heute dafür – Bea liess nur 4 Tage über den Termin verstreichen. Halleluja – es ging los!

Was ich mir gemerkt hatte: Mädchen, geh’ nicht zur früh ins Spital. Den Flur auf und ab wandern gehört nicht zu Deinen Lieblingssportarten!
Also liess ich mir gegen Mitternacht zu Hause die Badewanne ein. Die Wehen kamen in ganz unregelmässigen Abständen und waren - mit Erfahrung versteht sich - gut zu atmen. Alles im grünen Bereich. Da lag ich also, plätscherte so vor mich hin und musste dann wohl irgendwie eingenickt sein. Aber wenn Mann schon schlief, war gegen ein Päuschen meinerseits nun wirklich nichts einzuwenden.

Als ich aufwachte, einerseits weil das Wasser kalt war, anderseits durch die stärker werdenden Wehen, war Eile geboten. Schnell die werdende Grossmutter per Telefon aufbieten sowie den werdenden Vater aufwecken. Sie können raten, was einfacher war.

Nun gut, Grossmutter kam nach 10 Minuten. Genau, als ich – am Türrahmen hängend - eine schöne gute Wehe (gemäss Hebamme) zu atmen versuchte. Meine Mutter gestand mir später, dass sie nicht mehr darauf gewettet hätte, dass ich es noch mit Kind IM Bauch bis ins Spital schaffen würde. An Ort und Stelle hat sie aber geschwiegen – weise Mutter!

Der Tag brach gerade an, als wir Richtung Spital losbrausten. Einatmen, ausatmen, einatmen, tiiiiief ausatmen – das war alles was ich tun und denken konnte. Und, mich an der Autolehne festhalten – wir brausten über die Autobahn. Der Fahrwind brachte den Duft des beginnenden Frühlingsmorgen vor meine schnaubende Nase. „Heu“, dachte ich zwischen zwei Wehen, „Heu, es liegt auf den Wiesen“. In Ausnahmesituation kommen einem manchmal wirklich seltsame Gedanken. Aber ich erinnere mich noch heute an diesen Geruch.

Zehn Minuten nach Eintreffen im Spital war unsere kleine Bea geboren. Rein ins Gebärzimmer, unten freimachen, auf Mayahocker setzen, pressen, raus in die Welt! Ehe wir uns versahen, sassen wir da, zu Dritt, kerngesund und munter.

Sieben Stunden später waren wir wieder zu Hause. Diesmal etwas gemächlicher und langsamer. Das Leben zu Viert konnte beginnen.

Bea war nicht wirklich anstrengend. Aber nach dieser ersten Erfahrung mit Anna, dachte ich wirklich noch an eine Fortsetzung mit Schlafbaby Nr. 2.

Bea weinte mehr, schlief dafür aber weniger.
Ich war überfordert mit einem Baby, dass sich nicht in das vorgegebene Schema F packen liess. Ich dachte noch immer, alles managen zu können mit gutem Stillrhythmus und klaren Tagesstrukturen. Aber wen Bea dann mal schlief, war sicherlich Anna da, die ihre Aufmerksamkeit wollte. Die Anzahl meiner Kinder hatte sich um 100% erhöht – von einem Tag zum nächsten, ein Umstand der sich nie mehr wiederholen sollte. Zum Glück.

Ich war müde. Das erste Mal so richtig am Rande meiner Kräfte. Und keiner sollte es merken. Nicht mal mir gegenüber war ich ehrlich.

Wenn ich mir heute Fotos von damals ansehe, werde ich etwas wehmütig. Wir hätten es besser haben können, wir Vier. Heute würde ich mir, der kleinen Bea, uns allen, mehr Zeit lassen. Zeit uns kennen zu lernen, Auszeit von Vorstellungen und Zwängen. Damals erlag ich einem persönlichen - aber auch von der Aussenwelt vorgegebenen – Bild. Dem Bild, der vollkommenen Mutter, Hausfrau und Partnerin.

Durch Bea merkte ich; Ich war das nicht.
Und es verging Zeit bis ich soweit war um sagen zu können; Dank Bea konnte ich diese Erfahrung machen!

Noch immer strebe ich an, dass es meinen Kinder gut geht, es ihnen an nichts fehlt. Aber um dies zu erreichen, mache ich mich nicht mehr zur Hauptverantwortlichen, Tag und Nacht.

Unser Familienleben nach dieser Einsicht lässt sich mit folgendem Sprichwort treffend umschreiben: "Ist der Ruf (der Mutter) erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert".

Bleiben Sie sich selber treu.