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Ich mach's jetzt einfach


Nein, einfach mach ich mir die Entscheidung nicht. Das kann mir nun wirklich keiner nachsagen. Ich habe lange überlegt, tagelang, hin und her. Soll ich? Soll ich nicht? Dienstag dachte ich noch; dass das ein ganz sicherer Plan wird, morgen ist es soweit. Mittwoch wurde ich dann doch etwas unsicher, irgendwie schien das nicht alles so richtig zu klappen. Dabei schien doch alles so sicher.


Aber schliesslich wollte ich nichts mehr überstürzen. Eine mögliche Fehlentscheidung blieb ja doch wieder einzig und allein an mir hängen. Letztes Mal hatte ich mich ziemlich verpeilt. Der Spott meiner Familie war mir sicher:

«Ja, hättest du mal nicht, ich habs ja gleich gesagt ..., wieso musst du aber auch immer ...frag’ das nächste Mal doch einfach mich» und «das du aber auch nie warten kannst»..., ich höre es jetzt noch in meinen Ohren.


Trotzdem, es juckt mich tierisch in meinen Fingern! Dieses Mal muss ja nicht wie letztes Mal werden. Mein Gefühl sagt mir, dass ich es tun soll. Ausserdem haben sie es heute auch im Radio gebracht. Mein Herz klopft freudig erregt. Ich tigere im Haus umher, öffne die Fenster, blicke gegen den Himmel. Es sieht super aus. Los!


Zielstrebig laufe ich auf unsere Garderobe zu. Sie ist übervoll mit Skijacken, Skihosen, Handschuhen, Stulpen, Mützen, Schals, Wollsocken, wattierte Regenhosen, Overalls, gefütterten Stiefeln und den Schuhen die atmen, auch wenn es draussen kalt ist. Aber damit ist es jetzt vorbei: Heute mach ichs einfach: Ich motte den Winter ein!

Weg mit all den Sachen die uns seit gefühlten, unzählig langen Wintermonaten mit anziehen, ausziehen, umziehen, viel Zeit gekostet haben. Vorbei mit diesem grässlichen Winter, an dem raus gehen einer Generalstabsübung gleich kam, weil es immer (ja IMMER!) geschneit hat und die Kinder dementsprechend dick anzogen werden mussten. Was habe ich geschwitzt, bis ich meine 5 Kinder wintersicher ausstaffiert hatte, mit Strumpfhosen, Thermowäsche und Schneehosen. War das fünfte und letzte Kind fertig angezogen, hatte sich das Erste schon wieder aus den Strumpfhosen gelümmelt. Sollen sie mir den Buckel runter rutschen, all die Skioveralls, die oben zu lang und unten zu kurz waren. Zum Schluss mit den Handschuhen in die Jacke oder doch die Hose über die Schuhe stulpen?

«Mami, ich han heiss ......» «Ja, mein Schatz, Mami auch, aber wir haben’s gleich!»

Und trotzte man nach stressiger Arbeit stolz mit fünf, daunengewärmten Kindern dem Winter, musste nach 5 Minuten der Erst aufs Klo. Ja super!


Deshalb fliegt heute alles raus. In der Garderobe hängen nun neue leichte Frühlingsjacken in frischen Farben. Für die eine oder andere kommende Frühlingsbrise gibts ein Stirnband pro Kind, das muss reichen. Sollte mit der Winter auch in diesem Frühling nochmals ein Schnippchen schlagen wollen und ein Comeback geben, werde ich echt sauer und aus Protest das Haus nicht verlassen!

Ginge auch schlecht, mit Seidenjäckli und leichten Blumenpumps.


Herzlich, Ihre Stella van Bergen

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