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Mami Jekyll und Mrs. Hyde


Mami Jekyll

Gebildet, allwissend und endlos geduldig. Sie hilft, wo sie kann, kümmert sich um platte Reifen, riesige Wunden und gebrochene Herzen. Pfadfindergleich ist sie allzeit bereit, zu helfen und zu unterstützen. Die Nachbarn nehmen sie als die Ruhe selbst wahr und fragen sich, wie auch sie zu einer solchen Gelassenheit finden können. Ihr Haus ist tip-top aufgeräumt, der Garten makellos und preisverdächtig. Das Biogemüse wird entweder selbst gezogen oder dann wenigstens beim Bauern direkt gekauft, das Auto bleibt in der Garage, denn sie will die Natur nicht unnütz belasten. An ihr ist eine Heilige verloren gegangen. Sie näht die Kleider ihrer Kinder selbst, kocht 7-Gang-Menues für die Geschäftsfreunde ihres Mannes und springt ein, wenn ein Pflegefall in der Nachbarschaft Besuch oder Fahrdienste benötigt.


Mrs. Hyde

Übellaunig und unsensibel sind hier die treffenden Attribute. Sie meidet das Tageslicht und brummelt den lieben langen Tag vor sich hin. Ihren Abfall stellt sie in offenen Säcken an den Strassenrand, so dass die Nachbarskatzen nachts ihren Unfug damit treiben können. Sie vermeidet Gespräche mit den Nachbarn und den Verwandten und empfinde es als Zumutung, wenn ihre Kinder sie ansprechen. McDonald’s ist hier der Hoflieferant und Gemüse ein Schimpfwort. Mrs. Hyde ist ihre Umwelt egal und sie setzt sich über alles hinweg, was ihr nicht passt.


Und wer sind Sie?

Natürlich sind die beiden Personen ein wenig überzeichnet. Aber ab und zu erkennen wir doch auch ein wenig von Ihnen in uns. Die Tage, an denen wir zufrieden und hilfsbereit, offen fürs Leben, aufwachen, überwiegen hoffentlich in unser aller Leben. Aber die Tage, an denen wir unsere lieben Kleinen ach so gerne auf den Mond schiessen würden und einfach keine Lust haben, von der Morgen-Ovo bis zum Gutenachtgeschichtchen zu Diensten stehen zu müssen, die gibt es bei uns allen auch mal. Wenn Ihnen also klar wird, dass Sie heute am liebsten nur ganz alleine wären, in Ruhe das tolle neue Buch lesen würden und ab und zu eine Caipirinha nachschütten, dann wissen Sie, dass die Gefahr da ist, einen Jekyll-Tag zu haben. Und wenn Sie dann am nächsten Tag lustvoll Spiegeleier und Speck zum Frühstück servieren, gegen Übernachtungsgäste ihrer Kinder nicht einzuwenden haben und das eben gestürzte Nachbarskind mit einem Glacé über den Schock hinweg trösten, dann sieht das ganz nach einem Hyde-Tag aus.


Was ist besser?

Welcher Tag dann der bessere wäre, ist uns allen klar. Aber wirklich besser ist es, wenn wir uns doch ganz einfach eingestehen, dass wir alle eben beide Versionen kennen. Und dabei nicht einmal schizophren sind! Wirklich nachdenklich sollte es uns stimmen, wenn wir jemanden kennen, der nur eine der beiden Persönlichkeiten in sich führt, oder?

Übrigens: aufgepasst!

Bei Jekyll und Hyde fand man heraus, dass es sich um eine einzige Person mit einer Persönlichkeitsstörung gehandelt hat. Aufgedeckt wurde das ganze anhand einer Handschriftprobe. Sie sind nun also gewarnt: geben Sie nichts Handschriftliches ab oder leben Sie mit den Konsequenzen…


Ihre Anna (heute) Hyde