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Weihnachten und Tradition


Willkommen in der traditionsreichsten Zeit des Jahres. Jetzt gilt es wieder, unseren Kindern Kultur nahe zu bringen. Adventskalender, Samichlaus und Christkind grüssen, und die heiligen 3 Könige schliessen den Reigen. Aber ganz so einfach ist in der modernen Zeit auch das Leben dieser Bräuche nicht mehr…


Der Adventskalender

Rechtzeitig vor dem 1. Dezember ist er eingetrudelt, der tolle Adventskalender. Der Götti hat sich in diesem Jahr der Sache angenommen und dem Kind nicht einfach irgend so ein Bildchen-Ding besorgt, sondern gleich die volle Action von Playmobil. Mit tollem Spielzeug und jeder Menge Unterhaltung, garantiert!


Weil Mami aber im Moment noch recht beschäftigt ist, hat sie das Ding einfach mal zur Seite gestellt, um es dann pünktlich am 1.12. bereit zu stellen. Sie hat ja auch nicht gewusst, dass man diesen Wunderkalender zuerst einmal ganz auspacken und dann montieren muss… was sie dann aber doch immerhin am 1.12. mit dem Kind, das das erste Türchen neugierig geöffnet hat, herausgefunden hat. Dieses barg nämlich… nichts! Also, nicht wirklich nichts. Vielmehr war da einfach ein grosses Loch hinter dem Türchen, das zum gesamten, abgepackten Schachtelinhalt geführt hat. Das Kind war enttäuscht, die Mutter genervt, weil sie nun zuerst mal bauen musste.


Einzig der Götti war wohl fein raus. Wobei man ihm ja zu Gute halten muss, dass er es gut gemeint hat. Aber eigentlich fand ich die Kalender mit den simplen Bildchen dahinter auch immer ganz schön… Dem Kind hat man nun aber erklärt, wie die Sache mit dem Kalender richtig funktioniert. Nur dass das Kind irgendwie nicht verstehen will, weshalb es jeden Tag nur ein Türchen öffnen darf. Wo man doch den Einzug vom Christkind prima beschleunigen könnte, wenn man gleich alle Türchen öffnet. Immerhin hat Mami ja gesagt, das Christkind kommt, wenn alle Türchen offen sind.


Der Samichlaus

Wie gut, dass es den Samichlaus gibt. Ehrfürchtig wird dieser vom Kind bestaunt und ein klein wenig Angst vor dem Schmutzli schwingt stets mit. Das Verslein wird schon lange im Voraus geübt, damit man dann auch eine schöne Belohnung bekommt. Zumindest war das mal so…


Heute treten meine Kinder vor den speziell gebuchten Samichlaus, dem man den Chlaussack selbst gepackt vor die Türe stellt, zusammen mit dem gewünschten Obolus. Dazu legt man dann die Liste mit den guten oder schlechten Taten und hofft, dass es da nicht wieder, wie im letzten Jahr, Verwechslungen gibt. Der Chlaus kommt mit stündiger Verspätung, da hatten wohl andere eine lange Liste. Die mittlerweile gelangweilten Kinder sind kaum von der hilfreich eingelegten DVD weg zu locken. Der Spruch für den Chlaus beschränkt sich auf ein «Hey Mann, was hat Du denn für Hosen an?», ein genuscheltes «Eyh, gimmer Nüssundbirre, dännchumiwiederfüre» und ein langes Schweigen vom kleinsten, der sich hinter Mami versteckt. Der Chlaus selbst scheint so etwa heute schon mehrfach erlebt zu haben und wirkt entsprechend motiviert. Nach 5 Minuten ist der Zauber wieder vorbei und man fragt sich, weshalb genau man das denn gemacht hat? Ach ja, Tradition

Und kaum dass der Chlaus gegangen, hängt der Kleinste auch schon am Fenster, um ihm nachzusehen. Aufgeregt ruft er nun «schnell, kommt alle her!» und wir eilen auch ans Fenster, um zu beobachten, wie sich da draussen gleich 3 Chläuse begegnen. «Mami, wieso gibt es denn mehr als einen Samichlaus?», hm, gute Frage…


Das Christkind

Mami, wie sieht das Christkind aus? Und wie kann es überall vorbei kommen, auf der ganzen Welt? Verhältnismässig einfache Fragen, die Mami aus dem Stegreif beantworten kann. Wieso gibt es denn da auch einen Weihnachtsmann, wer ist denn das? Wo wohnt das Christkind, wohl kaum zusammen mit dem Weihnachtsmann (die sind ja nicht verheiratet)? Aha, jetzt steigt das Frageniveau. Weshalb gehst Du alleine in die Stadt und kommst mit Taschen zurück, die Du schnell versteckst? Wieso darf ich nicht mehr in den Keller? Warum muss ich denn für alle Verwandten etwas basteln und das Christkind bringt denen nicht auch ganz einfach in meinem Auftrag etwas? Warum höre ich jedes Jahr immer nur noch das Glöckchen vom Christkind und sehe es nicht mehr? Wenn ich nicht immer genau dann mit Papi spazieren gehen müsste, hätte ich auch einmal die Chance, es zu sehen. Oder will es nicht gesehen werden, weil es sich schämt? Erwischt! Die Antworten kommen mittlerweile eher stockend und die älteren Geschwister, die einen dabei abschätzig beobachten, helfen auch nicht wirklich.


Die heiligen 3 Könige

Interessiert lauscht das kleine Kind noch der Geschichte der Könige, die Geschenke brachten. Ab Kindergartenalter aber wundert es sich nur noch über die Wahl der Geschenke, vor allem wohl, weil es kaum weiss, was das Zeug denn überhaupt ist. Und Mami kann auch nicht so richtig erklären, wozu man das braucht. Aber immerhin, der servierte Kuchen schmeckt und der Run auf die Krone ist ja sowieso die Hauptsache. Auch eine Art von Tradition.


Die Tradition lebt!

Eine einzige Tradition scheint über die Jahre in unveränderter Form überlebt zu haben: die der gestressten Mutter, die verzweifelt versucht, Geschichten am Leben zu halten, die sich selbst widersprechen. Und die sich dann immer weiter verstrickt in irgendwelchen Aussagen, die kaum Hand und Fuss haben. Der Beweis also, dass man für das Gute doch lügen darf? Hm, hm…


Nach Erklärungen ringend,

Ihre Anna Schreiber


PS – Noch eine Tradition, die lebt: die der Kinder, die manche Notlüge eben doch ganz einfach schlucken, weil es sie viel zufriedener macht, an Dinge glauben zu können, die es vielleicht nicht erklärbar gibt. In diesem Sinne: feier Sie die Traditionen und hinterfragen Sie nicht zu viel!!!