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Mein Leben designed by men


Niemand von uns würde wohl je bestreiten, dass die Arbeiten vieler Schweizerhaushalte grösstenteils von Frauen ausgeübt werden. Auch in Zeiten von Hausmännern die Kolumnen schreiben oder Frauen auf Chefpositionen, ist die Hausfrau noch an vorderster Front anzutreffen, wenn es um tägliche Hausarbeiten wie kochen, waschen und putzen geht. Eigentlich klar, dass die Männer dafür keine Zeit haben. Die sind nämlich damit beschäftigt, die Welt von uns Hausfrauen zu designen. Ich fühle mich richtig gut umsorgt.


Meinen Tag beginne ich meistens mit dem Einschalten der Kaffeemaschine, selbstverständlich erfunden und entworfen vom Mann. Deshalb auch nur logisch, dass mein Kaffee zurzeit vom schönsten Mann im Filmgeschäft beworben wird. Irgendwie konsequent.

Tapse ich verschlafen zum Briefkasten, erwartet mich bereits meine Morgenzeitung, entstanden durch die Erfindung der Druckkunst, durch Johannes Gutenberg. Herzlichen Dank. Auch mein Briefträger ist männlich. Ihr meint es alle so gut mit mir.


Beginne ich nach Kaffee und Zeitung meine Morgentoilette danke ich im Stillen, allen voran Dr. Best für meine gesunden Zähne, Herrn Schwarzkopf für mein glänzendes Haar und den Römern für die Erfindung der Seite. Wäre ja sonst kaum auszuhalten.


Angezogen mit einer Erfindung von Herrn Levi starte ich nun mein Tageswerk. Mein Oberkörper ziert eine feine Bluse eines bekannten schwedischen Modeherstellers, seinerzeit gegründet durch Herrn Persson. Plötzlich merke ich, dass ich nun doch etwas stärker transpiriere als üblich. Schnell greife ich zum Parfüm. Wie gut, haben bereits vor 5000 Jahren findige Agypter sich etwas gegen diese Art von Körperausscheidungen einfallen lassen. Puuuh.


Schnell werfe ich frisch parfümiert meine Waschmaschine an. Seit der hölzerne Urtyp im 18. Jahrhundert von Herrn Schäffer erfunden wurde, hat sich ganz schön was getan. Ausserdem, kaum war die Waschmaschine erfunden, folgte die federnde Wäscheklammer auf dem Fusse. Ob dessen Erfinder, der Korbmacher Emil Füchsel damit reich geworden ist? Ich bin ihm auf jedenfalls sehr dankbar.


So jetzt aber noch schnell etwas Staub gesaugt. Unglaublich was für ein Krach dieses Ding macht. Irgendwie komme ich damit nicht zurecht. Schwer zu bändigen, kurzes Rohr, unpraktische Düsen. Dafür ist die Saugkraft enorm und das Design topmodern. Moment! Unhandlich und laut, dafür aber kraftvoll mit poppigem Design? Ah verstehe. Herr Dyson wird sich sicherlich etwas dabei überlegt haben. Was fürs Auge halt. Nicht ganz unwichtig bei einem Staubsauger, oder?


Ja, eine/meine Welt, designed by Men. Ich habe verstanden. Inzwischen sitze erschlagen über so viel Erkenntnis ich auf dem stillen Örtchen. Zumindest hier sind wir doch alle gleich, oder? Ich schaue auch grosszügig darüber hinweg, dass Herr Duden der Urheber meiner Klolektüre ist. Egal. In Gedanken greife ich zum Papier. Papier! Mann. Schon wieder. Ja doch, danke auch Herr HAns KLEnk, was würde ich JETZT ohne sie tun?


Herzliche Ihre Stella van Bergen

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