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Stark, heldenhaft und tapfer - sind Jungs wirklich so anders?


Glauben Sie mir, nach drei Töchtern – also als gestandene Mutter – glaubte ich nicht so richtig an den grossen Unterschied zwischen Jungs und Mädchen. Dass Jungs – im Gegensatz zu Mädchen – lieber kämpfen statt reden, lieber austeilen statt zicken, schrieb ich grössenteils der Beeinflussung ihres Umfeldes sowie der damit verbundenen Erziehung zu. Ich sollte eines besseren belehrt werden. Nach drei Töchtern kam ich nämlich – einmal mehr und zum wiederholten male - auf die Welt – und zwar in die der Männer!


Babyboy - Babygirl – und wo bleibt der grosse Unterschied?

Als ich nach drei Mädchen den kleinen Danny gebar, war eigentlich alles wie immer. Er kam propper wie seine Schwestern zur Welt, war hungrig wie sie und zeigte seine Bedürfnisse mit der gleichen Intensität. Der eine, (noch) kleine Unterschied war nur dann sichtbar, wenn Danny gewickelt wurde. DAS war eindeutig neu für mich, aber erstmal aus nur rein anatomischen Gründen.


Kaum jedoch wurde aus dem Säugling ein kleines Krabbel- und bald auch ein sprechendes Kleinkind, wurde es offensichtlich. Er war anders. Oder sagen wir mal: er war so anders, wie knapp die Hälfte der Menschheit. Und diese ist bekanntlich männlich.


Können wirs' flicken?

Sein erstes Wort war Baustelle. Kein Mama, kein Papa, nein – Baustelle musste es sein. Beim Spiel mit Duplo war von Anfang an jedes Stück Rechteck ein Lastwagen und machte dementsprechend viel Krach. Krach war überhaupt das, was die Erde – nach Meinung von Danny – scheinbar am Laufen hält. Der Bleistift macht Krach wie ein Bohrer, die Schere macht Krach wie eine Schleifmaschine und das Messer macht Krach wie eine Säge. Je nach Werkzeug ändert sich die Tonlage, Lautstärke und Intervalle, mal hoch, tief gebrummt, gequitscht oder gekreischt, so, damit auch nichts verwechselt wird.


Wohnst du noch oder baust du schon?

Seit Dannys wird in unserem Wohnzimmer nicht nur gewohnt, nein es wird darin hart gearbeitet. Wir leben quasi auf einer permanenten Grossbaustelle. Meine Gardinenstangen stecken in irgendwelchen imaginären Baustellen, einbetoniert in einem Fundament aus Kissen. Mein Fleischklopfer dient als Gerüstverstärkung und meine schöne Halskette hält das Ganze zusammen. Obwohl ich mich gewohnt bin, Schmuck an meine Töchter auszuleihen, musste ich mich erst an diesen Anblick gewöhnen.


Jo, wir schaffen das!

Unser Bücher- und Vorlesehefte wurden dementsprechend durch Bob der Baumeister erweitert und dank der Hefter wieso-weshalb-warum weiss auch ich jetzt langsam Bescheid über Gabelstapler, Laufkatzen und Betonmischer. Dies ist insofern von grossem Nutzen, weil ich jede Baustelle im Umkreis von 5 Kilometern kenne.


Ich bin noch immer und immer wieder erstaunt, wie Dannys Gene ticken. Einfach so, von allein, ohne das jemand ihm jemand gezeigt hätte, wie ein Junge zu spielen hat.

Im Gegenteil, er wächst – mit und neben seinem Vater – in einem doch eher weiblich geprägten Umfeld auf. Der Griff zur Puppe, zum Kinderwägeli oder zum Lippglos wäre für ihn eigentlich naheliegend gewesen. Umso erstaunlicher zu beobachten, dass er genau das tut, was scheinbar seiner Art und seinem Wesen entspricht. Er lebt das aus, was seine Natur ihm in die Wiege gelegt hat, ohne Kompromisse oder sich dabei beirren zu lassen. Für mich ein beruhigendes und gutes Gefühl.


Hart arbeiten um die Frauen zu verstehen

Und stellen Sie sich vor, wie viel Danny beim Aufwachsen mit so vielen Schwestern dereinst von Frauen verstehen wird! Keine weibliche Gefühlsregung wird ihm - bis er Erwachsen ist – verborgen geblieben sein. Er wird alle Gefühlsausbrüche die eine Frau in Laufe ihres Zyklus erleiden muss über die Jahre zu erklären, verstehen und erdulden gelernt haben. Ja, mein Danny wird einmal der grosse Frauenversteher. Es sei denn, er würde weiterhin so viel arbeiten und gar nicht merken, was um ihn herum überhaupt geschieht....?


Herzlich Ihre Stella van Bergen, muetter.ch